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Anosmie: Wenn die Riechzellen nicht mehr arbeiten

Der Duft von gekochtem Kaffee oder frischem Brot, Blütenduft, der Geruch frisch gemähter Wiesen – wer nicht mehr riechen kann, verliert erheblich an Lebensqualität. Zudem warnen Brand- und Schimmelgeruch Menschen mit intaktem Geruchssinn vor Gefahren. Rund fünf Prozent der Deutschen leidet unter einer Anosmie, bei der Betroffene nichts mehr riechen. Einen schwächeren Geruchssinn haben immerhin rund 20 Prozent der Bevölkerung.

Um Anosmie richtig zu behandeln, gilt es zu klären, warum der Geruchsverlust entsteht. Grippale Infekte und Entzündungen der Nasennebenhöhlen zerstören Riechzellen, schiefe Nasenscheidewände, Polypen oder von einer Allergie geschwollene Schleimhäute können den Geruchssinn ebenfalls blockieren. Chemische Stoffe, etwa in Medikamenten, lähmen die Nase manchmal ebenso wie Rauchen. Unfälle oder Operationen kommen ebenfalls als Auslöser infrage. Bei vielen Menschen verschlechtern sich Sinneseindrücke ab dem 65. Lebensjahr zudem allmählich. Etwa jeder Zweite über 80 Jahre leidet an Geruchs- oder Geschmacksstörungen.

Je nach Untersuchungsergebnissen leitet der HNO-Arzt die Therapie ein. So bedarf es bei Polypen oder Engstellen in der Nase als Ursache häufig einer Operation. Nasennebenhöhlenentzündungen oder grippale Infekte behandeln HNO-Ärzte mit Hilfe von Medikamenten. Wer wenig bis gar nichts mehr riecht, dem kann auch ein gezieltes Riechtraining helfen. In der Regel verläuft eine solche Schulung der Nase, indem Patienten morgens und abends jeweils für fünf bis zehn Sekunden an Düften wie Rose, Zitrone, Gewürznelke oder Eukalyptus riechen. Solche stark duftenden Substanzen regen Riechzellen dazu an, sich schneller zu regenerieren. Normalerweise erneuern sie sich alle vier bis sechs Wochen.

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